Das THW Backnang im Hochwassereinsatz in Dresden - so war es:

18.08.02 gegen 17 Uhr rückte der in Backnang stationierte Verpflegungstrupp nach Sachsen ab.
Die Geschäftsstelle in Stuttgart hat die Fachgruppe Logistik am Sonntag Mittag alarmiert. Acht Helfer, vier aus Backnang sowie vier Helfer aus dem Ortsverband Bietigheim-Bissingen machten sich Sonntag Nachmittag mit einem Feldkochherd sowie einem Grossraumfahrzeug auf den Weg nach Pirna, südlich von Dresden. Mehrere Paletten Brot wurden ebenso verladen wie technisches Gerät für die Beleuchtung großer Flächen.

22.08.2002 der in Pirna eingesetzte Verpflegungstrupp kehrt wohlbehalten nach Backnang zurück.


Einsatzschwerpunkt der Logistiger war die Versorgung der Anwohner und der eingesetzten Helfer verschiedener Organisationen mit Essen. Die zubereiteten Mahlzeiten reichten von Spaghetti über Gulasch bis hin zu Geschnetzeltem mit Spätzle.

24.08.2002 Einsatzvorbereitungen um einen kompletten Technischen Zug nach Dresden zu entsenden.


25.08.2002 Entsendung von 21 Helferinnen & Helfern in das Schadensgebiet um Dresden


21 Helferinnen und Helfern rückeb am Sonntag morgen auf Anforderung der Einsatzleitung in Dresden mit drei Gerätekraftwagen sowie einem Führungsfahrzeug nach Dresden ab. Die zweite Schicht soll dem Partnerortsverband mit Aufräum- und Abstützarbeiten behilflich sein. Denn erst mit Rückgang des Hochwassers werden die tatsächlichen Schäden an Gebäuden sichtbar. Der Backnanger THW Ortsverband wird die Kameraden von Böblingen ablösen. Die voraussichtliche Einsatzdauer wurde auf zehn Tage festgelegt.


26.08.2002: THWler aus Backnang in Dresden im Einsatz


Der erste Einsatzort war das Amtsgericht in Dresden. Hier war der gesamte Kellerbereich mit Wasser vollgelaufen. Nach dem Abpumpen des dreckigen Wassers galt es, die Archivschränke mit schwerem Gerät zu zerlegen und wichtige Dokumente in Boxen zu verpacken, damit diese dann abtransportiert werden konnten. Der Präsident des Amtsgerichtes lobte die Arbeit: „Ihr Schwaben seid halt spitze“.


Weitere Einsatzorte waren das Oberlandesgericht direkt an der Semperoper. Hier mussten ebenfalls Einrichtungsgegenstände entfernt und verladen werden.


Ein vom Wasser in eine Tiefgarage gespülter Container wurde mit Stahlseilen und Fahrzeug drei Parkebenen erfolgreich nach oben gezogen. Am späten Abend mussten nochmals zwei Fahrzeuge ausrücken um festsitzende Kanaldeckel mit Bohrhammer zu öffnen, damit grosse Heizöltanks vom drückenden Grundwasser befreit werden konnten.


29.08.2002: Verlegung der Backnanger nach Dresden-Cossebaude


Die letzten drei Tage verbrachten die THW Kräfte im Stadtteil Cossebaude. In diesem Gebiet waren zahlreiche Häuser noch bis zur Kellerdecke mit Elbwasser gefüllt. Da hier vom Energieversorger noch kein Strom zur Verfügung gestellt hat, konnten die Anwohner der zerstörten Häuser ihre Keller noch nicht leer pumpen. Hier wurden dann Stromaggregate und Schmutzwasserpumpen eingesetzt. Der immer noch zu hohe Grundwasserspiegel erschwerte die Arbeit der Hilfskräfte noch weiter. So wurden Keller leergepumpt, die dann am nächsten Morgen bereits schon wieder voll Wasser standen. Daraufhin hat man sich dann entschlossen, im Zweischichtbetrieb rund um die Uhr zu pumpen. Der Backnanger THW-Zugtrupp übernahm in diesem Gebiet die Einsatzabschnittsleitung und koordinierte rund 70 THW-Kräfte.


01.09.2002: Die Einsatzkräfte des THW Backnang kehren aus Dresden zurück


Kaum in Worte fassen kann man die Hilfsbereitschaft der betroffenen Bürger. „Hilfe sieht in Dresden blau aus“, so ein Dresdner Radiosender. Immer wieder wurden die Einsatzkräfte mit Kuchen und Suppen von den Anwohnern versorgt. Auf zahlreichen Plakaten bedankten sie sich bei den Helfern.

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